Wortwolke mit Begriffen der Arbeit 4.0

Arbeit 4.0 – lernen wir zukünftig nur noch digital?

Die Arbeitswelt verändert sich rasant: Die Digitalisierung ermöglicht alternative Arbeitsmodelle und mit ihnen neue Perspektiven. Wie werden Menschen in Zukunft arbeiten? Wie werden sie sich weiterbilden, wenn bisherige Strukturen sich auflösen, Wissen rund um die Uhr und nahezu an jedem Ort zur Verfügung steht? Die Auswirkungen des technologischen Fortschritts auf den Einzelnen sind tiefgreifend. Arbeit 4.0 verändert nicht nur die Unternehmenslandschaft mit voller Wucht, sondern auch das Lernen in der Berufswelt.

Arbeitsprozesse und Kundenbeziehungen verändern sich durch die Digitalisierung nachhaltig, unaufhaltsam und schnell. Bisher getrennte Aufgaben und Prozesse verschmelzen miteinander und verlangen von den Arbeitnehmenden neue Kompetenzen: grössere Flexibilität, Agilität und Vernetzung werden bereits heute vorausgesetzt. Dies hat tiefgreifende Auswirkungen auf den einzelnen Menschen und beeinflusst auch das Lernen in der Berufswelt. Wer in der hochdigitalisierten Welt von Arbeit 4.0 erfolgreich sein will, muss sich laufend beruflich weiterbilden – und die Potenziale der neuen digitalen Lernformen nutzen. Aber funktioniert individualisierte und selbstgesteuerte Bildung wirklich? Weiss tatsächlich jeder, was er oder sie benötigt?

Welchen Einfluss haben die neuen Lernformate auf das Lernen am Arbeitsplatz?
In einer Welt, in der der durchschnittliche Smartphone-Benutzer 221 Mal pro Tag aufs Handy schaut, müsste man davon ausgehen, dass die neuen Lernformate die klassischen schon längst überholt haben. Erklärfilme auf YouTube, E-Learning, Microlearning und mobile Anwendungen erfreuen sich in Unternehmen tatsächlich grosser Beliebtheit. Gemäss einer Umfrage der mmb Institute GmbH aus dem Jahr 2017 gehen die Befragten davon aus, dass Blended Learning, also eine Mischform aus E-Learning und Präsenzunterricht, bis in drei Jahren die verbreitetste Lernform in Unternehmen sein wird. Dicht gefolgt von Videos und Micro-Learning. Dies wird Einfluss auf die Lernphilosophie haben. Werden heute noch 98 Prozent der Inhalte durch klassisches Lernen (also in Schulungsräumen) vermittelt, scheint sich das 70:20:10-Modell in Zukunft durchzusetzen: 70 Prozent unseres Wissens eignen wir uns selbstständig (am Arbeitsplatz oder mit gezielter Online-Suche) an, 20 Prozent durch Austausch und nur 10 Prozent in Kursen. Interessant in diesem Zusammenhang ist die Vergessenskurve von Ebbinghaus: In Kursen erlerntes Wissen reduziert sich innerhalb von einer Stunde um 45 Prozent.

Braucht es für Arbeit 4.0 auch Weiterbildung 4.0?
Bei allen Vermischungen und Möglichkeiten stellt sich die Frage nach wirkungsvollem Lernen. Erfordert die Digitalisierung eine neue, auf sie zugeschnittene Didaktik? Allein auf die technischen Vorteile zu setzen, ist wohl zu kurz gegriffen. Auch den Frontalunterricht 1:1 elektronisch nachzubilden, wie man es zu Beginn der Digitalisierung gemacht hat, hat sich nicht bewährt. Interaktion, Austausch und die Möglichkeit zur Vernetzung müssen in Zukunft gegeben sein, damit die digitalen Lernsysteme die Anforderung von Arbeit 4.0 praxisnah widerspiegeln und so wirkungsvolles Lernen garantieren. Das fordert alle Akteure im Bildungswesen. Weiterbildung 4.0 ist digital – aber nicht nur, denn Menschen lernen am wirkungsvollsten, wenn sie neben dem reinen Wissenserwerb sich immer wieder treffen und ihre Erfahrungen austauschen können.

Die Erwartungen der Arbeitnehmenden werden grösser
Wenn Anwendende jederzeit genau das, genau dort und genau so nutzen sollen, wie es der Bedarf vorgibt, werden sich auch die Erwartungen der Arbeitnehmenden an ihre Arbeitgeber verändern. Nur «von allem das Beste» wird gut genug sein. Mit anderen Worten: Vernetzt, agil, schnell, dynamisch, physisch und elektronisch soll das Lernangebot sein. Das erfordert durchdachte Konzepte und eine professionelle Begleitung.

Lernen ist ein lebenslanger Prozess. Noch stehen wir erst am Anfang von Arbeit und Weiterbildung 4.0 – und doch hat sich Lernen in der Berufswelt schon tiefgreifend verändert. Die Umsetzung und ihre Konsequenzen werden alle im Arbeitsprozess involvierten Akteure dauerhaft beschäftigen, vom Landwirtschaftsbetrieb bis hin zum Technologieleader.

rissip unterstützt und begleitet Sie von der Konzeption bis zur Umsetzung von Weiterbildung 4.0. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

Armin Riebli
Autor
Armin Riebli
Über:
Armin Riebli, eidg. dipl. Kaufmann, Ausbilder mit eidg. FA und zertifizierter Innovationsmanager ist Experte für Schulungslösungen mit Langzeitwirkung. Dabei liegt der Fokus auf der bestmöglichen Kombination von Schulungsformen und -methodik für die Teilnehmenden. Er verfügt über langjährige Erfahrung als Bereichsleiter für Firmenkunden (B2B). Armin Riebli ist heute tätig als Geschäftsleiter des Blended-Learning-Spezialisten rissip. Daneben gibt er sein Wissen als Trainer weiter. Seine Spezialthemen sind Verhandlungstraining, Kundenbegeisterung und Kommunikation.
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