Brandschutz - Löschfahrzeug Schutz & Rettung Z8

Brandschutz – trainieren für den Ernstfall

Das richtige Verhalten im Brandfall ist für Unternehmen jeder Grösse von zentraler Bedeutung. Brandschutz-Massnahmen müssen darum regelmässig trainiert werden. Wie die Feuerwehr arbeitet und wie sich Unternehmen optimal auf den Ernstfall vorbereiten, erklärt der Berufsfeuerwehrmann mit FA, Alexander Frey von der Wache Flughafen bei Schutz & Rettung Zürich.

Herr Frey, welche Einsätze der Feuerwehr sind die häufigsten am Flughafen Zürich?

Alexander Frey: Das sind die eher unspektakulären Einsätze, nämlich die der Brandmeldeanlagen der Gebäude. Flugzeugeinsätze sind seltener. 2017 waren es 52. Davon betrafen die meisten Probleme mit den Flabs (Landeklappen). Wenn die nicht optimal eingestellt werden können, landen die Flugzeuge mit überhöhter Geschwindigkeit, was aufgrund der starken Bremsung zu überhitzten Bremsen führen kann. In solchen Fällen stehen sicherheitshalber Flugfeldlöschfahrzeuge an vordefinierten Standorten in Bereitschaft. Die Wache Flughafen ist für den gesamten Flugbetrieb und Gebäulichkeiten am Flughafen Zürich zuständig, daneben haben wir aber noch einen Löschzug in Zürich Oerlikon als Tageswache stationiert, der für die Kreise 11 und 12 verantwortlich ist. Bei grösseren Ereignissen unterstützen wir die Wache Süd oder umgekehrt – je nach Einsatzort.

Am Kundenevent von rissip erfahren die Teilnehmenden, worin Ihre täglichen Aufgaben bestehen und wie die Gebäude- und Flugzeug-Brandbekämpfung organisiert ist. Was erstaunt die Besucher an solchen Anlässen jeweils am meisten?

Bei guten Sicht-, Strassen- und Wetterverhältnissen müssen wir bei einem Flugzeugalarm innerhalb von drei Minuten beim Ereignis eintreffen. 20 Sekunden Zeit haben wir, um mit den schweren Löschfahrzeugen auszufahren. Danach bleiben uns innerhalb des Flughafens noch 2 Minuten und 40 Sekunden Zeit, um am Ort einzutreffen – und das, obwohl wir gegenüber dem gesamten Flugbetrieb keinen Vortritt haben und den Tower anfragen müssen, ob wir über die Piste dürfen. Wenn ein Flugzeug selbständig über den Rollweg rollt, müssen wir zudem 200 Meter Sicherheitsabstand einhalten. Diese internationalen Vorschriften (ICAO) unter diesem enormen Zeitdruck erschweren die Anfahrt erheblich.

Kriegen die Besucher auch den neuen «Z8», das grösste und schwerste Löschfahrzeug der Schweiz, zu sehen, das seit Kurzem am Flughafen Zürich im Einsatz ist?

Das kann ich jetzt noch nicht sagen, denn der neue «Z8» wird gerade für intensive Trainingsausbildungen im Satellit Nord genutzt. Mit etwas Glück steht er aber am 15. März in der Basis. Einen alten «Z8» können die Teilnehmenden sicher besichtigen.

Bei einem Einsatz gibt es viele Dinge gleichzeitig zu tun. Wie ist der Ablauf bei einer Alarmierung und was wird oft falsch gemacht?

Wenn ein Alarm eingeht, fragt als erstes die Einsatzleitzentrale die wichtigsten Informationen ab, damit sie möglichst schnell die erforderlichen Mittel auslösen kann. Der gröbste Fehler geschieht meist, nachdem die Feuerwehr alarmiert wurde. Die betroffenen Personen schliessen die Türen und Fenster nicht, was dazu führt, dass sich Feuer und Rauch ausbreiten. Uns erschwert dies anschliessend die Arbeit, weil das Feuer nur schwer zu lokalisieren ist.

Wie bereitet sich ein Unternehmen am besten auf den Ernstfall vor?

Ab einer gewissen Grösse sollte jedes Unternehmen über einen sogenannten Emergency Plan verfügen. Mittels Schulungen lernen die Mitarbeitenden die Fluchtwege kennen und werden instruiert, wie sie sich im Ereignisfall verhalten müssen. Sie kennen den Besammlungsort und wissen, wer die Stockwerkevakuationshelfer sind. Es wird auch ein Sprecher definiert, der den Einsatzleiter der Feuerwehr informiert, nachdem die Löschfahrzeuge eingetroffen sind.

rissip bietet Online-Kurse zum Thema Brandschutz für KMU an. Wie wichtig ist die regelmässige Schulung von Mitarbeitenden?

Je öfters interne Abläufe geübt und geschult werden, umso eingespielter und verinnerlichter sind sie im Notfall. Gerade beim Brandereignis ist das zentral, denn wenn sich Rauch ausbreitet, ist es schwierig, einen kühlen Kopf zu bewahren.

Wenn Sie einen Tipp zum Brandschutz geben könnten: Was ist das Wichtigste, das es zu beachten gilt, wenn tatsächlich ein Feuer ausbricht?

Es sind zwei Tipps: Den ersten habe ich bereits angesprochen: Damit sich der Rauch/das Feuer nicht ausbreiten können, müssen zwingend Türen und Fenster der entsprechenden Örtlichkeiten geschlossen werden. Der zweite betrifft die Einweisung der Feuerwehr. Wir sind dankbar, wenn uns jemand an der Hauptstrasse in Empfang nimmt und uns Anweisungen zum Weg gibt. So verlieren wir keine wertvolle Zeit für die Suche nach der Hausnummer, vor allem bei grossen und verzweigten Quartieren/Liegenschaften, wo wir mit den Löschfahrzeugen nicht direkt vors Objekt fahren können.

Weitere spannende Informationen zu Schutz & Rettung Zürich finden Sie im Beitrag «Rettungskräfte im Stress» von Schweiz Aktuell.

Am 15. März können Sie dank rissip an einer Besichtigung der Wache Flughafen von Schutz & Rettung Zürich teilnehmen. Informationen und Anmeldung

Haben Sie Interesse an einer Beratung durch rissip? Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme. Das aktuelle Kursangebot zum Thema Brandschutz finden Sie auf hier.

 

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Armin Riebli
Autor
Armin Riebli
Über:
Armin Riebli, eidg. dipl. Kaufmann, Erwachsenenbildner (SVEB 1) und zertifizierter Innovationsmanager ist Experte für Schulungslösungen mit Langzeitwirkung. Dabei liegt der Fokus auf der bestmöglichen Kombination von Schulungsformen und -methodik für die Teilnehmenden. Er verfügt über langjährige Erfahrung als Bereichsleiter für Firmenkunden (B2B). Armin Riebli ist heute tätig als Geschäftsleiter des Blended-Learning-Spezialisten rissip. Daneben gibt er sein Wissen als Kursleiter beim rissip-Partner, der Klubschule Migros, weiter. Seine Spezialthemen sind Verhandlungstraining, Kundenbegeisterung und Telefonverkauf.
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